Zuviele Lebensmittel im Müll

LAbg. Bgm. Anton Kasser ruft zu weniger Lebensmittel im Abfall auf. Die richtige Lagerung im Kühlschrank ist ein erster Schritt dazu.

„Jedes Jahr werden rund 1,3 Milliarden Tonnen Lebensmittel weltweit verschwendet oder verderben.

Global betrachtet bedeutet das, dass eine landwirtschaftliche Produktionsfläche, die eineinhalb Mal so groß ist wie die USA, jährlich völlig nutzlos bewirtschaftet wird“, stellte LAbg. Bgm. Anton Kasser fest und fordert mehr Bildung im Ernährungsbereich – insbesondere im Kindesalter –, um eine bessere Wertschätzung für Lebensmittel zu vermitteln.
" Es darf nicht sein, dass hochwertige Lebensmittel einfach im Müll landen. Darum ist es notwendig gemeinsam Verantwortung zu übernehmen und Ressourcen zu schonen. Wir müssen daher in allen Bereichen den Hebel ansetzen, damit unsere Lebensmittel auf den Teller kommen und nicht in die Mülltonne geworfen werden“, betont Kasser. Die Menge der auf dem Müll landenden Lebensmittel würde nach Einschätzung der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO) ausreichen, um drei Milliarden Menschen zu ernähren. Allein in Österreich landen pro Kopf und Jahr 19 kg Lebensmittel im Müll. Jährlich wird im Schnitt in jedem österreichischen Haushalt Nahrung im Wert von 300 Euro weggeworfen.
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Fehlplanung beim Einkaufen als Hauptgrund

Laut einer Studie der Karmasin Motivforschung, die im Auftrag der NÖ-Landesregierung durchgeführt wurde, gibt es verschiedene Gründe weshalb Lebensmittel weggeworfen werden. Hauptursache ist die Fehlplanung bei Einkäufen. Häufig wird zu viel eingekauft, wobei auch gesundheitliche Bedenken, ein mobiler Lebensstil sowie Abwechslung und der Konsum von Speisen auswärts eine Rolle spielen. Nicht unerheblich wirken sich auch die Lockangebote in Supermärkten, die immer größere Vorteilspackungen anbieten, auf das Konsumentenverhalten aus. Immer stärker treten auch Qualität und Geschmack in den Hintergrund, weil dem Kunden durch die Werbung eine bestimmte „Schönheitsnorm“ von Produkten anerzogen wurde. Viele Lebensmittel, wie etwa Obst zweiter Klasse, landen nicht in der Einkaufstasche, weil sie nicht der eingelernten Schönheitsnorm entsprechen. „Wir müssen den Kindern von heute beibringen, Nahrung zu schätzen, damit sie verantwortungsbewusste KonsumentInnen von Morgen werden“, so Kasser weiter.

Klug einkaufen und wenig wegwerfen

Ein bewusster Konsum heißt auch maßvoller Konsum. Es geht um 157.000.000 kg Essen, das in Österreich jedes Jahr weggeworfen wird. Der Verfügbarkeit von Lebensmittel in der Zukunft kommt daher eine besondere Bedeutung zu. Der intelligente Konsum ist zudem ein wesentlicher Beitrag, um die Importabhängigkeit bei Lebensmitteln zu verringern und gleichzeitig den Selbstversorgungsgrad zu erhöhen.