Erklärungsbedarf für den Amstettner Stadtchef Herbert Katzengruber: Der Bürgermeister hat im Alleingang den familien- und behindertengerechten Umbau des Bahnhofs Ulmerfeld-Hausmening verhindert. Dies ergab die Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage von VP-Abg. z. NR Günter Kössl an Verkehrsministerin Doris Bures. Damit steht fest, dass Katzengruber die alleinige Schuld an den massiven Verschlechterungen im Bereich der Bahnhaltestelle im Amstettner Ortsteil trägt.
Wie berichtet gibt es nach baulichen Maßnahmen am Bahnhof Ulmerfeld-Hausmening durch die ÖBB noch immer großen Unmut in der Bevölkerung. Nach Fertigstellung des Umbaus ist der Zugang für Familien mit Kinderwägen und gehbehinderte Menschen zu den Geleisen nicht mehr möglich. Abg. Kössl hatte bereits im November 2008 eine Anfrage im Nationalrat an den damaligen Verkehrsminister Werner Faymann gerichtet und eine wage Auskunft über die Vorgänge im Planungsstadium erhalten. Die Beantwortung einer zweiten parlamentarischen Anfrage, diesmal an Doris Bures als derzeitige Verkehrsministerin, brachte Licht ins Dunkel und bestätigte den Verdacht: Weder die örtlich zuständigen Politiker noch die Beamten im Rathaus wurden von Bürgermeister Katzengruber mit den ÖBB-Plänen befasst.
Konkret fand am 27. März 2008 eine Projektvorstellung des Bahnhofumbaus durch die ÖBB statt. Bei dieser waren nur zwei Vertreter anwesend: Ein Vertreter der ÖBB-Infrastruktur Bau AG und der Bürgermeister. Bei dieser Geheimbesprechung war auch der mögliche Einbau von Liftanlagen ein Thema. Auch nach Übermittlung von weiteren schriftlichen Unterlagen über den Umbau gab es keine einzige Reaktion des Bürgermeisters.
Kössl: „Dies ist einen beispielloser Skandal. Der Bürgermeister hat noch vor kurzem behauptet, nichts von den Umbauplänen der ÖBB und den fehlenden Liftanlagen gewusst zu haben. Seine Reaktion damals: `Man würde ihm ans Bein pinkeln´. Die Wahrheit ist aber eine Tochter der Zeit. Erstens: Es gab eine Besprechung, allerdings in trauter Zweisamkeit. Zweitens: Katzengruber war dabei. Drittens: Katzengruber hat im Alleingang gegen die Interessen der Bevölkerung entschieden. Der Bürgermeister hat die Unwahrheit gesagt“, so Kössl weiter.
Für den Abgeordneten ist Katzengruber auch für einen enormen finanziellen Schaden verantwortlich, sollte es zu einem nachträglichen Lifteinbau kommen: Dieser würde, so ergab die parlamentarische Anfrage weiters, rund 100.000 Euro mehr kosten als eine von vornherein miteingeplante Liftanlage.
Kössl abschließend: Dem Bürgermeister ist die Bevölkerung von Amstetten egal. Katzengruber hat als Alleinherrscher nicht nur die anderen Parteien an der Nase herumgeführt: Er misstraut den Beamten im Rathaus und hat auch den eigenen Parteigenossen das Vertrauen entzogen. Wie sonst kann es sein, dass auch der Ulmerfelder Ortsvorsteher Egon Brandl nicht bei der heimlichen Besprechung dabei war. Inzwischen müssen sich nicht nur die Ortsvorsteher Brandl und Waser, sondern auch alle anderen SPÖ-Funktionäre fragen: Welche anderen Entscheidungen hat der Bürgermeister an ihnen vorbeigespielt und im Alleingang getroffen?“



