„Es war eine Aktion aus der aktuellen Betroffenheit heraus und es haben viele im Mostviertel wieder einmal über ihren Stromverbrauch nachgedacht, zieht LAbg. Bgm. Anton Kasser für die Initiative „ Atomstromfrei“, die er einige Wochen nach Fukushima gestartet hatte, eine Bilanz. Stolz verweist Kasser auf die neueste Aktion, den „ StromSpar Schnüffler“, der kostenlos ausgeborgt werden kann und stromfressende Haushaltgeräte im eigene Heim aufdeckt. (www.amstetten.vpnoe.at)
NÖ bekennt sich zu nachhaltiger Energiepolitik
Die Atomkatastrophe in Japan und die enorme Preissteigerung bei Heiz- und Treibstoffen zeigen einmal mehr auf, dass erneuerbare Energie sichere Energiezukunft bedeutet. "Die Region Mostviertel bekennt sich zu einer nachhaltigen Energiepolitik durch Energiegewinnung aus erneuerbaren Energien. Aber auch das Land hat klare Ziele, so soll der Strombedarf des Landes bis 2015 zu 100 Prozent und bis 2020 der Gesamtenergiebedarf zu 50 Prozent aus erneuerbarer Energie produziert werden", so Kasser.
Mostviertel mit vielen Initiativen vorne dabei
In der Region Mostviertel gibt es unzählige Projekte, die Schritte in die richtige Richtung setzten, wie die unzähligen Biomasseheizwerke oder gerade aktuell die Sonnenstromanlagen für über 600 Haushalte im Bezirk, die von den Gemeinden gemeinsam eingekauft und erreichtet werden.
Ganz anders sieht die Situation rund um Österreich aus.
Kasser: "Die Entwicklung bei den Nachbarn Tschechien, Slowakei, Slowenien und Ungarn geht in die völlig falsche Richtung. Diese Länder wollen die Atomkraft weiter ausbauen. Das bedeutet ein enormes Sicherheitsrisiko für uns alle. Deshalb sind die Information der Bevölkerung, der NGOs, der Bürgerinitiativen sowie eine gute Zusammenarbeit enorm wichtig. Nur so kann das gemeinsame Ziel aller Beteiligten nach einem atomfreien Europa erreicht werden."
Niederösterreichs Anti-Atom-Aktivitäten
„ Es war gut zu sehen wie einhellig der Landtag beim Thema AtomStromFrei auftritt und es ist ein klares Signal nach Tschechien, dringend zu Handeln“, betont Kasser nach dem einstimmigen Landtagsbeschluss gegen Atomstrom aus Mochovce 2 und 3 und fordert eine Neuregelung der Elektrizitätsabgabe vom Bund.
LAbg. Bgm. Anton Kasser:“Zu einem Lenkungseffekt zur Verdrängung von Atomstrom ist eine Neuregelung der Elektrizitätsabgabe dringend erforderlich“.
Die österreichische Elektrizitätsabgabe hat in ihrer aktuellen Form keinen Lenkungseffekt. Unabhängig von der Herkunft des Stroms, wird vom Netzbetreiber eine Abgabe von 1,5 ct je kWh eingehoben und an den Bund abgeführt. Die zu Grunde liegende EU-Richtlinie 2003/96/EG lässt hier wesentlich mehr Spielraum zu.
„Mit einer Anpassung, sprich Ökologisierung der Elektrizitätsabgabe kann Ökostrom günstiger gemacht werden. Im Gegenzug dazu würde bei Atomstrom eine Annäherung an die „wahren Kosten“ erreicht werden. Diese Maßnahme wäre ein klares Zeichen und ein Anreiz zum Kauf von „grünem Strom“, fordert der LAbg. Bgm. Anton Kasser.
Es ist als gegebene Tatsache anzusehen, dass das AKW Mochovce wie auch alle anderen europäischen Atomkraftwerke maßlos unterversichert ist. Mit einer Haftungssumme von rund 90 Mio. für alle slowakischen AKW würde Österreich im Schadensfall auf der Strecke bleiben. Die derzeit für den Fukushima-Unfall geschätzten Kosten liegen bei ca. 300 Mrd. In Japan hat sich der Betreiber Tepco letztendlich aus der Verantwortung gestohlen und der Staat Japan trägt den Großteil der Schäden.




